Meine Schuhe

Meine Schuhe mit den losen

Zungen bleiben trotzdem stumm.

Bind ich sie unter den Hosen,

Bieg ich mir den Rücken krumm.

 

Meine Schuhe, die gebunden

Noch vor deiner Türe steh’n,

Warten schon drei Viertelstunden,

Wollen meiner Wege geh’n.

 

Meine Schuhe, die umkreisten

Siebenmal, was Erde heißt,

Reißen auf, die Vielgereisten,

Was auch mir die Welt zerreißt.

 

Meine Schuhe, die für’s Leben,

Schon zertanzt in einer Nacht,

Eine Nacht nur währt es eben,

Barfuß gehen muß ich sacht.

 

Meine Schuhe, die gewetzten,

Von den Bällen, die ich schlug,

Von den Tritten in die fett‘sten

Hintern – das war nicht genug!

 

Meine Schuhe, ungebunden,

Die im wilden Mohnfeld ruh‘n,

Hätt’ ein andrer sie gefunden,

Müsst’ er meine Schritte tun.

 

Meine Schuhe, die geerbten,

Die den andern weit gebracht,

Bringen mich zu den verderbten

Stätten, wird es wieder Nacht.

 

Meine Schuhe, die gebunden,

Noch bei deinen Schuhen steh’n,

Warten schon drei Viertelstunden,

Sollen ihrer Wege geh’n.