Der Rettungsschirm

Ob Regen, Schnee oder Sonnenschein,
ohne Schirm geht sie nie aus dem Haus.
Sie lebt allein mit ihrem Schirm,
das ist nicht immer leicht,
doch dieser Schirm, der hält was aus,
der hält das aus.

Fällt sie vom Dach, spannt ihr Schirm sich auf.
Mit ihrem Schirm kann sie tanzen oder reden zum Zeitvertreib.
Er ist ihr treu, stützt sie beim Gehen,
hält Hunde ihr vom Leib.
Sie lässt ihn nie in Ecken stehen,
im Dunkeln stehen.

Ob Regen, Schnee oder Sonnenschein,
ohne Schirm geht sie nie aus dem Haus.
Die Mutter starb, sie lebt allein,
das ist nicht immer leicht,
doch dieser Schirm, der hält was aus,
der hält das aus.

Ihr Schirm mag auch Tiere und besonders die Ratten,
aber nicht solchen Hund, wie die Nachbarn ihn hatten.
Sie hat ihn verscharrt auf der Mülldeponie
und die Nachbarn gleich neben dem Vieh,
und die Nachbarn neben dem Vieh
mit ihrem Schirm.
Ob Regen, Schnee oder Sonnenschein,
ohne Schirm geht sie nie aus dem Haus.
Ihr Vater starb, sie lebt allein,
das ist nicht immer leicht,
doch dieser Schirm, der hält was aus,
der hält das aus.

Marie, ihre Freundin, hat sie einmal verlacht:
Ihre Liebe zum Schirm sei verrückt und pervers!
Doch während die lacht, hat es dreimal gekracht
und ihr Schirm spannt sich auf,
ihr Schirm spannt sich auf,
ihr Rettungsschirm tut sich auf
und das wär’s.

Wenn sie Biker oder Nazis überfall’n, schlägt sie zurück mit ihrem Rettungsschirm.
Wenn die Bank ihr kein Geld mehr geben will, droht sie mit dem Rettungsschirm.

Sie hat es auch schon mit einem Mann versucht,
doch den hat ihr Schirm nicht gewollt, hat gegrollt.
Er zog auf der Straße die Beine ihm weg
und er wurde vom Bus
und vom LKW,
von der Straßenbahn
und wieder vom Bus
überrollt.


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